Schatten und Licht

Anneke Sittner

Русский

Zum Seitenende

Über uns
Offene Briefe
Aus aller Welt & in Europa
In der GUS 
In Deutschland
In Dresden 

 

Sternenhimmel

Sammelbuch

Für uns fotografiert man 

In Toronto (Kanada)

In Aschchabad (Turkmenistan)

In Wrozlaw (Polen)    Breslau-Wrozlaw

In Sankt-Petersburg

Peterburger Mosaik oder ein neues Treffen mit der Stadt

In unserer Stadt und Umgebung

Der Erfinder des Fahrrades    Ein tolles Fahrrad!

Über Dresdner Schachfestival

In der Welt der Kunst

Schatten und Licht

Ein poetisches Drehbuch

Von dem Halbjahrhundert und zwei Jahrhunderten... 

Durch das Leben gehen

In Dresden mit dem Karamsin

 

   Mit den Augen der GUS-Auswanderer gesehen

Probleme

Etwas geht hier vor…

Lüge ist Lüge

Wohin bewegen sich Migranten?

Zeiten wählt man nicht

Der Spötter

 Fabel - Rätsel

Verschont mich, meine Zweifel

Wählen!

 

Literarische Seite

Gedichte von Byvshev

Gedichte von Winogradow

Gedichte von unseren Kindern

Archiv

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Seitenanfang

„Etwas Romantisches gibt es immer am Schatten“ – sagte ein Maler bei seiner Wanderung durch die Sächsische Schweiz, überwältigt von dem Licht-Schatten-Spiel des nahenden Abends.

Schatten ergeben Bewegung, sie bedeuten immer einen Übergang: vom Licht zur Finsternis, vom Tag zur Nacht; sie sind geheimnisvoll und versprechen eine Entdeckung, sie locken und entwischen einem rasch, wenn man sich ihnen mit Licht nähert. Ein Schatten ist unendlich in seinen Variationen und Erscheinungen, und er bildet eine natürliche Umrahmung für Licht. Nicht umsonst haben schon die großen Romantiker der Malerei den Schatten als ein wichtiges Element entdeckt und beschäftigten sich mit den Schattenseiten… des Daseins, der menschlichen Seele, der Natur, der Gesellschaft, der Wissenschaft.

Der Maler, Kai Cramer, dem unsere Einführungsworte gehören, und der vor einigen Tagen seine Bilder in Rahmen einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentierte, räumt dem Schatten, neben den überwiegenden hellen Tönen, auch eine große Bedeutung ein. Das erkennt man schon bei der eisigen Winterlandschaft mit ihren stechenden Formen, aber auch in den letzten Bildern wie Abendstimmung.

Die Ausstellung, die fürs Erste in ziemlich bescheidenen Ausmaßen organisiert wurde, fand trotzdem ein sehr positives Feedback. Der Maler, der allein schon durch seinen eigenartigen Lebenslauf und durch die für Kunst ungewöhnliche Berufsrichtung sein Publikum faszinierte, konnte einen hundertprozentigen Beifall genießen. In den relativ kleinen Räumen konnte er eine richtige Fülle an verschiedenen Stilen präsentieren: von Stillleben und Landschaftsmalerei bis zu Porträt und Abstraktion. Während in seinen früheren Arbeiten noch deutliche Einflüsse seiner handwerklichen Ausbildung in der Meißener Manufaktur zu sehen sind, geschahen in den späteren Jahren deutliche Wandlungen zugunsten der Empfindungen und des Ausdrucks. Unter anderem wurde eine kleine Reihe von Porträts in Bleistift-Technik präsentiert, die auch eine eigenständige und reife Leistung zeigen.

Man möchte hoffen, dass diese Ausstellung nur der Auftakt ist und dass weitere  folgen. Für das Jahr 2012 wird schon die nächste geplant, und diesmal auf einer größeren Fläche. Dort sollen auch die neuen Arbeiten des Künstlers präsentiert werden, mit einem für ihn neuen Thema, das sich überwiegend mit ethnischen Motiven beschäftigt. Die Inspirationen dafür sammelte der Künstler auf seinen Reisen durch Lateinamerika, in solchen Ländern und Regionen wie Ecuador und den Galapagos-Inseln. Dazu sind auch Impressionen aus seinen früheren Reisen durch Peru, Cuba, Chile und Bolivien hinzugekommen. Trotz der sonnigen Farben und der abenteuerlichen Stimmung kann man in den Bildern eine gewisse Spiegelung der sozial-kritischen Realität erkennen. Vielleicht wird das die nächste Wendung in der Kunst des Malers sein.

Auch in Hinsicht auf malerische Techniken waren bei der Ausstellung entschiedene Änderungen seines Stils zu beobachten: eine Wendung von der Perfektion zur Impression, das Verlassen der Präzision und die Zuwendung zu den Farben. Das Format der Bilder wird deutlich größer und Kompositionen lösen sich in stärkerer Dynamik auf. Seine neuesten Bilder konnten dem Publikum einen kleinen Vorgeschmack davon bieten. Sie entsprechen zwar nicht unbedingt inhaltlich dem Neuen, dafür bilden sie aber farblich eine Art Übergang zu den neuen Werken, die aus Gründen mangelnder Fläche in der aktuellen Ausstellung nicht aufgenommen werden konnten.

Man kommt nicht umhin, den Vermieter der Räume  zu erwähnen. Die für die Veranstaltung günstig gelegenen Räume wurden Kai Cramer vom Kinder- und Elternzentrum Kolibri e.V. zur Verfügung gestellt. Ursprünglich als Integrationszentrum für die russischsprachigen Emigranten gedacht, hält die Schule inzwischen auch allen anderen Nationalitäten und Völkerschaften ihre Tür offen und ist schon seit Jahren bei ihren externen Kulturveranstaltungen in der Stadt sehr gefragt. Die hellen Galerieräume sind erst im letzten Jahr in Verbindung mit neuen Projekten hinzugekommen, sie werden demnächst offiziell als Galerie registriert. Aber schon heute stehen sie für alle Künstler offen.

Die großzugige Spende von Kai Cramer an den Verein war nicht ohne Grund. Der Künstler war schon am Anfang durch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Vereinsvorstandes angenehm überrascht. Die Vorsitzende, Frau Yefremova, sowie die zwei Kunstpädagogen der Schule, Frau und Herr Melnikov, zeigten hohes Engagement bei allen Einrichtungen – sowie Öffentlichkeitsarbeiten. Sie haben auch für die Organisation und den musikalischen Rahmen der Vernissage gesorgt.

Wie dem auch sei, wir wünschen beiden, der Schule und dem Künstler, viele weitere Erfolge und wir hoffen, dass sie noch öfter ihre Errungenschaften im Licht der Öffentlichkeit feiern können.

Die Interessenten können die Ausstellung bis 16. Dezember 2011 zu den unten angeführten Öffnungszeiten in der Ritzenbergstr. 3, 01067 Dresden besuchen. Auf die konstruktive Kritik freut sich der Maler umso mehr.

Öffnungszeiten der Galerie:

Montag:          15.00 – 16.30 Uhr

Mittwoch:       16.00 – 17.30 Uhr

Donnerstag:    18.00 – 19.30 Uhr.

November 2011

Homepage


"Stimme im Internet" Alle Rechte vorbehalten