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Mit den Augen der GUS-Auswanderer gesehen:Im selben Gebiet Wladimir Kunow Übersetzer Alexander Sauter |
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Er warf sich mir auf meine Brust: Doch ich hatte Zeit, meine Waffe Ihm in den Hals zu stoßen Und sie zwei Mal dort herumzudrehen… Er heulte auf, Riss sich los aus letzter Kraft Derart, verflochten wie zwei Schlangen, Fester als zwei Freunde sich umarmend, Fielen wir nieder. Und im Nebeldunkel Dauerte fort der Kampf auf dem Boden. „Mzyri“, M.J. Lermontow M. J. Lermontows Poem „Mzyri“ erzählt vom ebenbürtigen Kampfe eines praktisch unbewaffneten, doch stolzen jungen Menschen mit einem Schneeleoparden. Zu Lermontows Zeiten gab es im Kaukasus noch Leoparden, später jedoch verschwanden sie. Ihr lateinischer Namen lautet Panthera pardus saxicolor oder Panthera uncia, im an Russland angrenzenden Iran nennt man sie Persische Leoparden. Diese gewaltigen, seltenen Raubtiere stehen längst im Roten Buch für bedrohte Tierarten, als Gefangene kann man sie nur in einigen wenigen Zoos bewundern. Wer aber dennoch jemals Leoparden oder ihre nächsten Verwandten, die Panther, zu Gesicht bekommen hat, der wird leicht verstehen, dass der Poet in seinem Poem die Möglichkeiten des heranwachsenden Jünglings deutlich überhöht hat. Eine Begegnung in der freien Natur von Angesicht zu Angesicht mit einem solchen Raubtier würde dem Menschen nichts Gutes verheißen und ihm keinerlei Hoffnungen lassen. Davon sind offenbar auch die Chefs des sich stolz von den Knien erhobenen Russlands überzeugt. Die Staatschefs besitzen akademische Titel und sind auch nicht schlecht mit den Grundlagen der Soziologie vertraut: Sie verstehen, dass jedes Gemeinwesen nur von innen heraus effektiv gelenkt werden kann. Darum suchten sie sich aus den Reihen der ihnen entgegenstehenden breiten inneren Kriegsfront einen Kämpfer, der Autorität genießt und sich als würdig erwies, die Führungsrolle zu übernehmen, und der bereit war, mit den Bürokraten zusammenzuarbeiten. Dieser materiell unterstützte Anführer hat es zusammen mit seinen ihm unterstellten Kämpfern geschafft, einen gewissen Status Quo zu etablieren. Allerdings entzieht sich eine gewisse, nicht genau bestimmte Anzahl von Kämpfern, nennen wir sie „die Ungebundenen“, auch weiterhin der Kontrolle. „Die Ungebundenen“ verfügen über keine entsprechenden Produktionsmittel und stellen weder Waffen, noch Munition her. Nichtsdestotrotz haben sie stets sowohl das eine als auch das andere. Aus der Physik ist uns bekannt, dass nichts aus dem Nichts entstehen kann, darum ist es vollkommen offensichtlich, dass sowohl die „Angebundenen“ als auch die „Ungebundenen“ ihre Waffen über irgendeine Quelle beziehen müssen. Und zwar beide aus ein und derselben, denn eine andere gibt es einfach nicht. Um diese offensichtliche Wahrheit irgendwie zu maskieren, erinnert man sich manches Mal an das geheimnisvolle „Ausland“. Doch dieses Märchen ist derart leicht zu durchschauen, dass man es nur noch äußerst selten erwähnt. Die Staatsmänner sind beschäftigt, hauptsächlich mit Fernsehauftritten. Was die Länge der Zeit angeht, in der sie über den Bildschirm flimmern, so haben sie sämtliche Fernsehdivas und Fernsehdandys bei Weitem übertroffen. In den kurzen Pausen zwischen den Kameraaufnahmen denken sie sich dann aber irgendwelche Parolen aus, etwa solche wie „Wir gestalten um!“ oder „Wie modernisieren!“. Neben solchen, bereits trivial gewordenen Slogans entstehen manchmal aber auch frische Ideen. Besonders diese: Warum sollten wir nicht einmal versuchen, den nordkaukasischen Status Quo mit Hilfe von Raubtieren zu stören? Und sie haben es auch versucht. Mit dem brüderlichen Iran hat man ein Tauschgeschäft ausgehandelt: Zwei Persische Leoparden gegen zwei Sibirische. Auch das künftige Lebensterritorium der erworbenen Leoparden wurde genau bestimmt: der Nordkaukasus. Eben dieses Gebiet ist auch die Basis der „ungebundenen“ Kämpfer. In Norditalien versucht man bekanntlich, Bären in den Alpen anzusiedeln. Es ist noch nicht so lange her, dass sich einer von ihnen nach über 100 Jahren Pause wieder nach Deutschland verirrte und Gefallen daran fand, sich von Haustieren zu ernähren. Jäger mussten eigens aus Finnland eingeladen werden, um den ungebetenen Gast zur Strecke zu bringen. Bären gelten als Allesfresser, Leoparden hingegen fressen nur Fleisch. Die Kämpfer halten kein Hausvieh. Offensichtlich sieht der Plan so aus, dass die Raubtiere ihr Gewicht (50kg und mehr) dadurch halten sollen, indem sie die Kämpfer fressen. Man kann dieser Idee ihre Originalität nicht absprechen. Der Artikel war schon geschrieben, als die Mitteillung kam, dass man noch ein weiteres Paar Schneeleoparden kaufte und in Nordkaukasus unterbrachte (Red.). Juni 2010 |