Mit den Augen der GUS-Auswanderer gesehen:

Stammbaum

(Fernseherversion)

Wladimir Kunow

Русский

Russland bäumt sich auf und wird ein Mitglied der Klubs der großen Staaten. Der aristokratische Klub „G7" wird zum „G8" mit Russland. Im Übrigen versuchen einige hochmütige Menschen, den Klub in seiner modernen Art „Sieben plus eins" zu nennen. Sie sagen rundheraus, dass die Nummer „Acht" noch zu arm für eine vollwertige Mitgliedschaft im reichen Klub sei. In Russland erinnert man sich bei diesen Stimmen an eine Frage des berühmten Georgiers und russischen Führers: „Und wie viel Divisionen hat er?" (Stalin über Papst. Bem. Red.) Wenn man diesen Satz aktualisiert, würde er fragen: „Wie viele Raketen hat er? Und U-Boote?" Um ihnen eine Nase zu drehen, eröffnen wir selbst unseren Klub BRIC; -Brasilien, Russland. Indien, China! Die halbe Menschheit nimmt teil!

Also, es geht in Ordnung mit den Klubs. Folglich dürfen wir das Land das große Russland nennen. Das ist ein Axiom, wie Mozart ein großer Komponist ist. Und wir lernten es in der Schule: Ein Axiom braucht keine Beweise. So heißt es auch im Film „Sibirischer Friseur" vom talentierten Regisseur-Schauspieler und beharrlichen Patrioten, Nikita Michalkow.

Ein großer Staat muss auch große historische Bürger haben. Und das ist ein kompliziertes, gespanntes Problem. Aber es gelingt, wie bei einem Neuling in einer soliden aristokratischen Gesellschaft. Da absolvierte einer einige Universitäten, aber seine Vorfahren…? Wer? Mit den Vorfahren gibt es ein Problem, in unserem politkorrekten Jahrhundert erstrecken sich ihre Namen. Wie lassen sie sich einordnen? Mit dieser Aufgabe beschäftigen sich viele Vertreter von Wissenschaft und Kunst. Es fehlt an anständigen Stammbäumen, d.h. an Helden von historischer Vergangenheit. Alles ist anderes, „alles ist nicht so, Knaben"!

Die Zaren, die wir in der Schule als Unterdrücker der Freiheit und Demokratie kennen lernten, sind nun die großen Staatsmänner. Zum letzten Zar passt diese Bewertung nur mangelhaft, aber er war einem Seelenmensch, fast heilig. Er betete seine Mama, Frau und Kinder an. Und dann die Schulhelden: Die „roten" Führer erwiesen sich als ganz schlechte Menschen, handelten aber die „Weißen" nur edel und verantwortlich. Übrigens kann man auch hervorragende Feldherren unter den „Roten" finden. Es gab „Rote", die hervorragend „Weiße" überwältigten - und dann schuldlos unter den ehemaligen Freunden litten und verschwanden. Und anstelle von Tschapaew und Budjonuj („Rote" Helden des Bürgerkriegs) entwachsen dem Vergessen neue Personen: Denikin, Wrangel („weiße" Feldherren), Tuchatschewskij („roter" Feldherr)… Sie haben verschiedene Farben, aber sie alle sind Große.

Unglückliche, vertriebene, wenig- oder ganz ungebildete Männer – Kosaken – sind auch Helden. Es gibt aber ein unangenehmes Faktum: einige verdingten sich bei den Nazis, sie legten aber die Nazi-Uniform wieder ab. Vielleicht waren sie vom Teufel verführt.

Aber die treusten Bürger wurden in Kadettenschulen erzogen. Am Bildschirm erinnern sich genug alte, solide Bürger, die vor langer Zeit Franzosen wurden, mit Vergnügen (wie alle normalen Menschen) an ihre Kindheit. Sie sind die letzte Kadettengeneration. Das Soldatspielen erfanden ihre Eltern für ihre Kinder in der französischen Stadt Versailles. Und gerade sie sind die letzten echten Russen. Diese Idee von N. Michalkow findet Verständnis in der Regierung, die eine neue Militärfachschule für Kinder gegründete.

Und in der Sowjetzeit? Was? Waren alle schlecht? Stalin übertrieb, ja, mit den Lagern und Erschießungen, aber wo gehobelt wird, fallen Späne. Er stärkte den Staat, und das war das Hauptziel!

Danach kann man die Helden unter denjenigen suchen, die vorzeitig zwar kein Leben, aber eine Karriere abschlossen. Es gab dabei große Menschen, die jedoch verschwanden, z. B. Alexander Schelepin. Er war Jungführer für den ganzen Staat, und der Hauptführer erkor ihn zum KGB-Chef und Nachfolger! Aber dann sandten Freunde des Hauptführers, zusammen mit dem Schelepin, den alten Führer in den Ruhestand, in die Datsche. Sehr schnell fuhr der vermutliche Nachfolger auch dorthin. Jetzt erweist es sich, dass gerade er eine normale große Person ist. Er hätte das ganze Land in eine glückliche Zukunft führen können, zu einem Sozialismus mit menschlichem Antlitz. Statt Chaos und wildem Kapitalismus. So der Fernseherhistoriker Leonid Mletschin. Es gibt dafür ein schwerwiegendes Argument: Die Eltern des Historikers verehrten Schelepin. Das stimmt. Die Eltern, wie der Autor der Fernseherversion selbst, verdienen selbstverständlich ganzes Vertrauen. Das ist auch ein Axiom.

Wenn jemand jedoch eine Bestätigung für die Meinung des Fernseherhistorikers und dessen Eltern braucht, soll es sie geben - und zwar unverzüglich.

Also, hier die Bestätigung: Wie der Historiker erzählte, erholte er sich mit den Eltern in einer Stiftung, vermutlich in einem Sanatorium. Dort erholte sich auch Schelepin, der schon im Ruhestand war. Was das für ein Sanatorium gewesen sein mag, wo sich eine ganze Familie zusammen mit dem ehemaligen KGB-Chef in der Sowjetzeit erholen kann? Der Name wurde konkret nicht genannt, aber man kann es sicherlich erraten. Solche Möglichkeit hatten nur die Mitarbeiter des verehrtesten Amtes des Landes. Der Verehrteste damals selbstverständlich auch. Natürlich kennzeichnet man die Erholungssuchenden als die würdigsten Menschen, die das absolute und bedingungslose Vertrauen haben. Und das ist nicht alles. Die Eltern des Historikers begrüßten sich höflich mit dem Schelepin i. R., obwohl das sonst niemand machte. Und das charakterisiert die Eltern noch besser. Ihre Nachfolger-Geschichtsforscher, die an dem Stammbaum des Staates bauen, sind nicht weniger würdige Leute.

 

 

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